Ein kleines Reisetagebuch

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guenniguenzelsen
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Ein kleines Reisetagebuch

Beitrag von guenniguenzelsen »

Hallo zusammen,
nachdem wir hier ja gelegentlich auch Themen abseits Rekord D und Commodore B haben, will ich die Gelegenheit nutzen und ein kleines Reisetagebuch mit Bildern einstellen.

Alles fing mit einer spontanen Idee an.
Ich wollte auf zwei Rädern über die Alpen und dann Richtung Kroatien ans Meer.
Das Problem daran...ich habe keinen Motorradführerschein. Aber mein 1995 gemachter Führerschein hält da ja eine kleine Möglichkeit offen. Ich darf damit 50er fahren.
Also war der Plan schnell gemacht: Ich fahre mit nem 50er Roller über die Alpen und schaue, ob ich es bis nach Kroatien schaffe.

Prolog

30.08.2021 - 03.09.2021 - Die Vorbereitung

Zunächst brauche ich also offensichtlich einen Roller. Die Wahl fällt schnell auf das Modell Peugeot Citystar 50. Ein großer Roller, der eigentlich als 125er und 200er angeboten wird. Peugeot hat aber auch den kleinen 50er Motor reingesteckt.
Das Teil ist groß genug, so dass ich mit meinen 1,97m drauf passe, ohne dass der Lenker am Knie anschlägt, er hat einen klassischen 2-Takt-Motor und vor allem einen simplen Vergaser.
Das Problem ist, dass die Dinger gebraucht verdammt selten sind und es findet sich einfach spontan nichts in meiner Nähe. Kurzerhand kontaktiere ich einen privaten Verkäufer in Süddeutschland, der so ein Teil mit schlechten Fotos und einer miesen Beschreibung inseriert hat.
Am Telefon stellt sich raus, dass die Karre erst 3700km gelaufen hat, also verhandle ich den Preis, miete einen Hänger und mache mich zwei Tage später auf den Weg, um die Kiste einzusammeln.
Vor Ort ist zum Glück alles so wie versprochen. Georgij ist ein netter Zeitgenosse aus der Ukraine, der Papierkram ist schnell erledigt und dann geht es mit dem Roller im Gepäck wieder auf die Bahn Richtung Heimat.


Rollertour Balkan 2021 002.jpg


Nun stand das Ding in meiner Garage, es ist Ende August und eine Woche später sollte es schon losgehen. Etwas Wartung und etwas Optimierung wollte ich dem Roller vorab aber noch gönnen.
Ein originales Wartungskit (Riemen, Kerze, Luft- und Benzinfilter, Vario-Schiebestücke) wurde verbaut. Dem Vergaser ein frisches Dichtungskit spendiert. Die Bremsbeläge habe ich gegen milde Sintermetallbeläge mit Zulassung ausgetauscht, um in den Bergen auch für die Abfahrten gewappnet zu sein. Dazu etwas leichtere Gewichte in die Variomatik für besseren Anzug und besseres Steigungsvermögen, den Drosselring aus der Vario raus und am Auspuff die Blindrohrdrossel zugeschweißt.
Alles in allem waren das weniger als 100 Euro und der Roller lief gut! Es gab also nun keine Ausreden mehr.. :-)

Am Tag vor der Abreise wurde die Kiste dann kräftig beladen.
Werkzeug, ein paar Ersatzteile, 2 Liter-Spritkanister, ein paar Pullen 2-Takt-Öl, Reifenpannen-Set, Erste-Hilfe-Material und ein anständiges Schloss. Das war’s soweit an Krempel um für „Eventualitäten“ unterwegs gewappnet zu sein. Das alles ließ sich gut im Helmfach verstauen.

Meine Klamotten fanden schnell in ein paar Ortlieb-Taschen und einem Rucksack Platz und da ich nicht vorhatte in irgendwelche teuren Gepäcksysteme zu investieren, hab ich den Kram mit nem Zurrgurt festgeschnallt und den Rucksack auf das Trittbrett gestellt.


Rollertour Balkan 2021 004.jpg


So stand die Kiste dann erstmal abends bereit.
Das Ding auf der Sitzbank ist übrigens einfach ein zurechtgeschnittenes Stück Sitzbankpolster, damit ich knapp 5cm höher sitze. Sieht beknackt aus, bringt viel. Und während eine individuell modifizierte Sitzbank ein paar hundert Euro kostet, hat mich das knapp 8 Euro gekostet ;-)


Rollertour Balkan 2021 005.jpg


Was jetzt noch fehlte war eine Route.
Ich hatte oben ja schon mal die grobe Idee und das Reiseziel umrissen und genau dabei sollte es auch bleiben. Ich wollte reisen. Planung war mir nicht wichtig, bzw. ich wollte frei und flexibel bleiben.

Am Abend habe ich also einen groben Strich auf der Karte Richtung Kroatien gezogen und mal eine etwa 300 Kilometer lange Route ins Navi eingegeben. Ich wollte unterwegs entscheiden, wie weit ich dann tatsächlich fahre.

Der Wetterbericht für den nächsten Tag sah durchwachsen aus und ich stellte mich darauf ein, dass der Start ungemütlich werden könnte...
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Thomas
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guenniguenzelsen
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Re: Ein kleines Reisetagebuch

Beitrag von guenniguenzelsen »

Die kleine Ausfahrt

04.09.2021

Der Blick morgens aus dem Fenster offenbart einen grauen Himmel und feinen Nieselregen.
Ich habe kaum Lust mich bei Kälte und Regen auf den Weg ins Ungewisse zu machen.
Spontan beschließe ich den Start um eine Stunde zu verschieben und hoffe, dass es zumindest aufhört zu regnen.

Wirklich viel besser ist es dann nicht. Ich überwinde mich und setze mich auf die Karre.
Start!
Durch den Dortmunder Osten schwenke ich Richtung Sauerland und halte direkt nach 30 Minuten wieder an. Verdammt ist das kalt!
Aus dem Gepäck krame ich lange Handschuhe, ein warmes Halsband, einen Pullover zum darunterziehen und als Windstopper noch die Regenüberzieher über die Schuhe. Danach geht’s.
Ich friere nicht mehr und nach kurzer Zeit bin ich auf kleinen Wirtschaftswegen unterwegs.
Die grauen Wolken verziehen sich und sowohl das Wetter, als auch die Stimmung hellen sich auf.


Rollertour Balkan 2021 007.jpg

Rollertour Balkan 2021 009.jpg

Rollertour Balkan 2021 010.jpg


Der Roller läuft gut.
Anfangs hört man ja noch auf jedes Geräusch und überlegt, ob das normal ist oder sich da ein Problem ankündigen könnte.
Nach einer Weile sind die Sintermetall-Bremsbeläge eingebremst und wirklich schön griffig.

Irgendwann gibt es den ersten Tankstopp und bei der Gelegenheit buche ich online ein Zimmer in einer Pension in Münnerstadt/Bayern.
Damit ist das Tagesziel festgelegt :-)


Rollertour Balkan 2021 012.jpg


In Münnerstadt angekommen stellt sich langsam schon ein Gefühl von "unterwegs sein" ein.
335km sind es geworden und zur Belohnung gibt es ein deftiges Schnitzel :-)
So gestärkt, plane ich die Etappe für den nächsten Tag.
Ein Blick auf die Karte zeigt, dass München perfekt auf dem Weg liegt...
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dqp-sammy
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Re: Ein kleines Reisetagebuch

Beitrag von dqp-sammy »

Ich habe das ja alles schon gesehen und muß trotzdem sagen Hut ab.
Ich habe schon viele bekloppte Dinge gemacht aber mit ner 50er nach Kroatien das ist herb.
Habe gedacht wie ich 9700km in 3 Wochen mit dem Motorrad eine Türkeitour gemacht habe ich wäre schon Hard Core und da war ich noch jung !
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Re: Ein kleines Reisetagebuch

Beitrag von papa-02 »

Das ist Klasse und macht sofort Lust auf mehr! Ich freue mich schon auf die nächste Folge..... :lol:
Alex
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guenniguenzelsen
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Re: Ein kleines Reisetagebuch

Beitrag von guenniguenzelsen »

05.09.2021

Nach einem guten Frühstück in Gesellschaft mit zwei Mopedfahrern ("Du bist damit von Dortmund bis nach hier gefahren?") wird das Gepäck verstaut.
Ich kämpfe mit den widerspenstigen Zurrgurten. Da muss auf jeden Fall noch etwas mehr Routine rein :-)


Rollertour Balkan 2021 018.jpg


Das Wetter ist gut, die warmen Klamotten bleiben im Gepäck und so geht es dann durch schöne Landschaften Richtung München.
Ich navigiere mit Mapfactor Navigator. Dort kann man neben Autobahnen auch Autostraßen ausschließen und zudem seine Reisegeschwindigkeit eingeben. Ist zwar zunächst etwas unkomfortabel zu bedienen, belohnt dann aber mit tollen Nebenstrecken.


Rollertour Balkan 2021 020.jpg

Rollertour Balkan 2021 021.jpg

Rollertour Balkan 2021 024.jpg


Nach knapp 330km stehe ich dann vor den Toren von München, genauer gesagt vor dem Siegestor.

Rollertour Balkan 2021 030.jpg

Mein Hotel ist mies, aber zentral.
Parkplatzsorgen gibt es mit einem Roller nicht.
In einem Brauhaus will ich mir eine Haxe und ein leckeres Bier gönnen, allerdings quatscht der Typ der mit mir am Tisch sitzt ohne Punkt und Komma auf mich ein.
Ich flüchte nach dem Essen zügig und verlege die Planung für den nächsten Tag in einen Biergarten in der Nähe :-)

Ich kann nun am Rande der Alpen Richtung Kroatien fahren...oder über die Großglockner Hochalpenstraße. Die Entscheidung fällt mir leicht und somit ist klar, dass sich am nächsten Tag entscheiden wird, ob es eine Schnapsidee war mit dem Roller über die Alpen zu fahren, oder ob das geht...
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guenniguenzelsen
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Re: Ein kleines Reisetagebuch

Beitrag von guenniguenzelsen »

06.09.2021

Ich starte den Tag mit einer gewissen Vorfreude auf die heutige Etappe. Das Frühstück ist genauso mies wie das Hotel, aber das stört mich heute nicht.
Die Taschen sind schnell verstaut. Weniger wegen der gefundenen Routine, sondern mehr wegen dem Gestank nach fremder Pisse und Hundescheiße in dem Durchgang in dem ich den Roller geparkt hatte.


Rollertour Balkan 2021 040.jpg


Es dauert eine Weile, bis ich aus dem Münchner Speckgürtel mit dem vielen Verkehr raus bin, aber dann zeichnen sich am Horizont plötzlich die Alpen ab!


Rollertour Balkan 2021 043.jpg

Rollertour Balkan 2021 045.jpg


Das Vertrauen in das Material steigt langsam und so folgt auf dieser Reise der erste Grenzübertritt.


Rollertour Balkan 2021 047.jpg


Ich genieße das Wetter, die Landschaft und das Panorama und so dauert es auch nicht lang, bis es dann losgeht.
Die Großglockner Hochalpenstraße ist eine Mautpflichtige Strecke. An der Mautstelle verhandle ich mit der Mitarbeiterin über den Preis. Als sie verstanden hat, dass das gar kein Moped ist, sondern ein 50er Roller bekomme ich einen kräftigen Preisnachlass. Das "Viel Glück", das sie mir hinterherruft scheint ernst gemeint zu sein und so mache ich mich dann auf den Weg "auf das Dach der Tour".


Rollertour Balkan 2021 051.jpg


Die Steigungen sind teils wirklich beachtlich, aber der Roller schafft es aus eigener Kraft.
Es ist die langsame Art des Reisens, die man dabei zu schätzen lernt. Ich bin die Strecken schon mit dem Auto und mit dem Trike gefahren, aber jetzt mit dem Roller ist das etwas ganz eigenes, Intensives.

Zwischendurch gibt es eine kurze Mittagsrast.
Sobald die Kiste steht, merkt man erstmal wie viel Wärme Motor und Auspuff abstrahlen und man riecht auch durchaus den etwas verschmorten Kupplungsbelag...


Rollertour Balkan 2021 056.jpg


Die Kilometer bis zum Hochtor quält der kleine Motor sich tapfer.
Ich rechne immer damit, dass die Reise mit einem kurzen Knall und Scheppern ein plötzliches Ende findet, aber schlussendlich....


Rollertour Balkan 2021 058.jpg

Rollertour Balkan 2021 060.jpg


Ein tolles Gefühl!
Der Österreicher, der das Foto von mir geschossen hat fragte mich dann noch "Damit hast Du das hier hoch geschafft? Ist das eine 125er oder eine 200er?"
Der Blick, als ich ihm sagte, dass das eine 50er ist...absolut klasse!


Die Abfahrt ging dann entsprechend zügig, wobei der Motor und das Getriebe jenseits der 90km/h Geräusche von sich geben, als würde beides jeden Moment platzen.

Unten angekommen, musste ich mir dann Gedanken machen, was das heutige Etappenziel sein soll und da ich heute in Deutschland und in Österreich unterwegs war, reizte es mich noch eine weitere Landesgrenze zu übertreten.
Ich buchte mir ein Zimmer in einer kleinen Pension in Tolmezzo/Italien.

Über einen weiteren Pass (Plöckenpass/Passo di Monte Croce Carnico) ging es dann über die Grenze nach Italien.
Es war inzwischen knapp 18 Uhr.


Rollertour Balkan 2021 066.jpg

Rollertour Balkan 2021 070.jpg


Endlich angekommen, ließ ich den Tag mit hausgemachten Spaghetti und einem Aperol Spritz als Absacker ausklingen. Es waren lange aber schöne 329km gewesen.
Die Planung für den nächsten Tag stand an und ich entschied, dass ich gerne nach Slowenien, genauer gesagt Ljubljana reisen würde...
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Thomas
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pewe59
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Re: Ein kleines Reisetagebuch

Beitrag von pewe59 »

Klasse Thomas, super Idee und Geschichte. Ich werde glatt etwas neidisch

Gruß, Peter
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guenniguenzelsen
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Re: Ein kleines Reisetagebuch

Beitrag von guenniguenzelsen »

07.09.2021

Heute ist eine Strecke von nur 179km geplant. Ich will zügig los, um in Ljubljana Zeit zu haben, die Stadt zu erkunden.
Schnell ist die Route ins Navi eingegeben und dann geht es über eine kleine Nebenstrecke durch die Berge von Italien Richtung Grenze nach Slowenien.
Wie so häufig, sind es die kleinen unbekannten Strecken, die sich als ausgesprochen schön herausstellen.
Ich fahre ohne auf irgendjemand anderen zu treffen über einige kleinere Pässe, allerdings gibt der Roller ein leichtes metallisches Klappern von sich.
Ich kann spontan aber keine Ursache finden und fahre also weiter.


Rollertour Balkan 2021 074.jpg

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Rollertour Balkan 2021 077.jpg


Gegen 11:30 Uhr erreiche ich dann die Slowenische Grenze.
Jetzt folgt Neuland für mich. Ich reise viel und gern, aber in den nun folgenden Ländern war ich noch nicht gewesen.
Von Slowenien hörte ich, dass es von österreichischen und italienischen Einflüssen geprägt ist und war neugierig das jetzt selbst zu erkunden.


Rollertour Balkan 2021 083.jpg


Die Strecke führte landschaftlich schön bis nach Ljubljana.


Rollertour Balkan 2021 088.jpg


Dort angekommen, wartete mitten im Zentrum meine Unterkunft für diese Nacht.
Neben der spontanen Streckenplanung hatte ich mir auch vorgenommen, in einfachen Unterkünften zu pennen.
Hier gab es dann eine Premiere für mich. Das erste Mal bin ich in einem Hostel abgestiegen.
Das Besondere: Es liegt mitten im Stadtzentrum, die Nacht kostete inklusive Frühstück nur 20 Euro und das Gebäude hatte auch noch eine Besonderheit: Es war ein ehemaliger Knast.
Außen sind die Gitter an den Fenstern verblieben und im Inneren pennt man in den alten Knastzellen.
Die Zimmerwände sind von lokalen Künstlern gestaltet worden.
Meine Zelle teilte ich mir mit einer jungen Belgierin, Klo und Dusche waren Sammelräume, aber es war alles neu und gepflegt.


Rollertour Balkan 2021 089.jpg

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Rollertour Balkan 2021 124.jpg


Eine Sache blieb und stellte die Weiterreise in Frage.
Der Roller schepperte inzwischen so laut, dass ich das Problem nicht länger ignorieren konnte. Glücklicherweise stellte es sich als losgerappelte/verlorene Schraube an einer Haltestrebe des Auspuffs raus!


Rollertour Balkan 2021 090.jpg


In Ljubljana ließ ich mich durch die Altstadt treiben, ging hoch zur Burg und hatte zum Abendessen das erste obligatorische Balkan-Essen vom Grill mit viel Fleisch.
Schon beim Essen wurde mir klar, dass ich mich unbedingt in den nächsten Tagen nach leichterem Essen umsehen muss.

Rollertour Balkan 2021 116.jpg

Zurück am Hostel wartete noch eine nette Überraschung. Es gab Livemusik und so fand der Abend einen schönen Ausklang.


Rollertour Balkan 2021 121.jpg

Nebenher plante ich noch die Etappe für den darauffolgenden Tag. Ich wollte mir Piran (als Zwischenziel) ansehen und dann weiter über die Istrische Halbinsel nach Pula in Kroatien...
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Re: Ein kleines Reisetagebuch

Beitrag von 19er »

Ich hab das ja zwar auch schon im Whattsapp Status gesehen,aber ich muss dir trotzdem noch einmal meinen größten Respekt aussprechen.
Ich hab sowas ähnliches auch schonmal gemacht,allerdings waren da noch knapp 15 andere bekloppte dabei mit denen ich mit alten Zündapp,Kreidler,Hercules und Sind in von Calw nach Finale an die ligurische Küste gefahren bin.

Für so eine Tour,komplett allein, hast du meinen fettesten Respekt-Hut ab!

Gruß Markus
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Re: Ein kleines Reisetagebuch

Beitrag von guenniguenzelsen »

Einige kennen die Tour ja tatsächlich schon :-)
Ich werde so oft nach Bildern und einem Reisebericht gefragt, dass ich mich zu diesem kleinen Reisetagebuch entschlossen hab.
Schon das Schreiben daran ruft die Erinnerungen wieder hervor und macht Spaß.

Wer also Lust hat ein kleines Stück virtuell mitzureisen...hier geht es Stück für Stück weiter :-)
Thomas
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